Léonce W. Lupette: Die Flüchtigkeit im Fossilen | La fugacidad en lo fósil. Eine Selbstübersetzung.

Zeichnung: Nicolás Moguilevsky
Layout: Fagott, Ffm
Seiten: 54, 19 x 13 cm, Broschur
Alle Rechte liegen bei den Urhebern
hochroth Heidelberg 2024
ISBN: 978-3-949850-46-2

 

 

Ankündigungstext:

 ›Zungenleder gleitet die Ränder des zünglich Gegerbten entlang. Seine Blätter überwuchern den Fenchel, sie haben keine andere Wahl. Knäuel einflussreichen Vergessens sind am Werk. So flicht die Flüchtigkeit sich ins Fossile.‹

In seinem Band »Die Flüchtigkeit im Fossilen« | »La fugacidad en lo fósil« tritt Léonce W. Lupette als Selbstübersetzer auf. Die Gedichte, die je von einem verkosteten Wein ausgehen, versprachlichen sinnliche Erfahrungs- und Erinnerungsräume. Sie weben ein räumlich-zeitliches Netz, das keiner Linearität verschrieben ist und das sich in Simultaneitäten, Schichten, konzentrischen Kreisen bewegt. Es geht um zwischensprachliche Assoziation, um die Frage nach Fremdem und Eigenem. Das Finden einer Sprache, die den visuellen, olfaktorischen und geschmacklichen Eindrücken sowie den synästhetisch-biographischen Ausdrücken, die sie auslösen, den Geschichten, die sie erzählen, hinterherzuspüren vermag, ist in sich ein Akt der Übersetzung. Die Erzählungen, die Landschaften, die dabei entstehen, sind nicht frei von Dornen und Dickicht.

 

Leseprobe:

Hécate, vermut blanco, seco-floral, Matías Heer, 17% Hierbas que parecen no
pertenecer. Tardes. Francesas e infantiles. Me corrijo: lo que no pertenece
soy yo, o mi lengua. No se sabe si están exiliados los yuyos, los pastitos, si mi
boca. Lo que entra y sale de esta cueva es el exilio mismo, mi barcocaballo,
multifurcación macerada en vestigioso camino, aunque alguna engrabadura
quiera hacernos creer que sea la Camarga. & menos amarga.

Hécate, vermut blanco, seco-floral, Matías Heer, 17% Kräuter, die dem An-
schein nach sich nicht gehören. Nachmittage. Französisch, kindlich und kin-
disch. Ich korrigiere mich: Was nicht dazugehört, bin ich, oder meine Zunge.
Es ist schwer zu sagen, ob die Kräuter exiliert sind, ob die Gräser, ob mein
Mund. Was in diese Grotte ein- und ausschwappt, ist das Exil selbst, mein
Floßfohlen, Abviergung, ausgebaut auf fährtigen Pfaden, selbst wenn irgend-
eine Eingravierung uns glauben machen möchte, es handele sich um die Ca-
margue. Bloß weniger arg.

  

Léonce W. Lupette, geb. 1986 in Göttingen, deutsch-französischer Schriftsteller und Übersetzer, lebt in Argentinien und zwischen den Sprachen. Er übersetzt aus dem Englischen, Spanischen, Französischen und Portugiesischen ins Deutsche, sowie aus dem Deutschen ins Spanische. Für hochroth übersetzte er u.a. Jesús Montoya, Urayoán Noel und Richard Scott. Letzte Lyrikbände: Äkste & Änkste denxte (2017) und SERBAL (2023).

Léonce W. Lupette: Die Flüchtigkeit im Fossilen | La fugacidad en lo fósil. Eine Selbstübersetzung.

Léonce W. Lupette: Die Flüchtigkeit im Fossilen | La fugacidad en lo fósil. Eine Selbstübersetzung.

Artikelnummer: 4758
Stückpreis: 10,00 EUR
Léonce W. Lupette: Die Flüchtigkeit im Fossilen | La fugacidad en lo fósil. Eine Selbstübersetzung.
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Léonce W. Lupette: Die Flüchtigkeit im Fossilen | La fugacidad en lo fósil. Eine Selbstübersetzung.