Mónica Francés – Ich träumt | Yo sueña

 

 

 

 

 

 

 

 

Mónica Francés – Ich träumt | Yo sueña
Übersetzt aus dem Spanischen von Marcus Roloff, Nicola Quaß und Geraldine Gutiérrez-Wienken

Graphik: Alfonso Suárez-Kurz
Satz: Fagott Ffm
Seiten: 50, 19 x 13 cm, Broschur, 8,00€
hochroth Heidelberg 2022
ISBN: 978-3-949850-10-3

 

Der rote Faden des Lyrikbandes „Ich träumt / Yo sueña“ der spanischen Lyrikerin Mónica Francés zieht sich nicht nur durch die offensichtliche Arbeit mit dem Stoff des Traums, des Irrationalen oder der Unbeständigkeit des Seins, sondern auch durch die allmähliche Verschärfung des Tons. Mónica Francés provoziert ihre Leserschaft, indem sie ihr dem Wirrwarr der Bedeutungslosigkeit, der unser Leben reagiert, die Oberhand gibt. Sie führt uns „über ein dunkles blindes Feld der Traumvernunft“. Man denke dabei an die Zeichnung von Goya „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“.

 

Leseprobe:

                        (Sonriendo) Contento de que no sepa leer.
                        Sigmund Freud

Voy a echarte mi cuerpo a leer.

Tiene una puerta y un escalón
de entrada y una mujer sentada,
que un día salió de paseo y
vino a parar a un escalón de
entrada. Sigue ahí.

Voy a echarte mi cuerpo a leer.

El callejón imposible, tronco
de parra, donde nadie advierte
la cópula quieta del cigarrón
más quieto aún. Sucede parado.

Ven, ocurre entre el pelo y la sien.
Maldito querido dios solo muerto
voy a echarte mi cuerpo a leer.

 

                       (Lächelnd) Ich bin froh, dass er nicht lesen kann.
                       Sigmund Freud

Ich werfe dir meinen Leib zum Lesen hin.

Er hat eine Tür mit einer Stufe
und am Eingang sitzt eine Frau,
die eines Tages spazieren ging und
hier auf der Stufe zum Eingang
gelandet ist. Da ist sie noch.

Ich werfe dir meinen Körper zum Lesen hin.
Die unmögliche Gasse, Strunk
aus Weinreben, wo niemand die
leise Begattung der noch leiseren
Hummel bemerkt. Erfolgt im Stehen.

Siehe, es passiert zwischen Schläfe und Haar.

Verdammt, lieber Gott, nur tot
werfe ich dir meinen Körper zum Lesen hin.

 

Mónica Francés (*1971, Granada): Lyrikerin, Performance-Künstlerin und Herausgeberin der Breviere zur Psychoanalyse (Universidad de Granada). Sie studierte Spanische Philologie. Zusammen mit dem Musiker Jesús Hernández hat sie die Stücke Uso el dinero para hablar und (VDO) konzipiert und uraufgeführt; gleiches mit den Musikern Heiko Plank und Jesús Hernández das Stück Poetic Imprompt. Sie nahm am Kunstfestival The Urban Notebook (2018) teil. Unter der Regie von Sara Molina wirkt sie als Schauspielerin bei Comedia sin título von Federico García Lorca (2019) und OUTside-INside-OUTside (2022). Autorin des Gedichtbandes Dime Lo (Amargord, 2016).

 

Mónica Francés – Ich träumt | Yo sueña

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