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Hugo von Brandenburg

Axel Lübbe
Hugo von Brandenburg
Novelle
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Martin A. Völker
40 Seiten, € 8,-
hochroth Verlag Berlin 2012

ISBN 978-3-902871-03-9

Das literarische Werk Axel Lübbes (1880-1963) ist heute kaum mehr bekannt. Die Novelle “Hugo von Brandenburg”, welche 1927 erstmals erschienen ist, widmet sich den Umständen des Todes des früheren Markgrafen von Toskana. Stets vom Gerechtigkeitssinn und Amtseifer getrieben, erwacht dieser nach einem rätselhaften Traum, dessen Deutung sein Wirken ein allerletztes Mal in Frage stellt.

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Ausschnitt:

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“Gleich zu Beginn und auch weiterhin während des ganzen Unternehmens gegen Pistoja erschien der Graf so seltsam verändert, so unsicher seiner selbst, so unbefriedigt von allen Entscheidungen, deren keine schnell genug ihm geschah, – daß seine Umgebung aufs höchste verwundert war. Noch in Florenz beim Aufbruch wurden auf sein Geheiß hin alle hellen Pferde ausgeschieden aus der Reiterschar. Kurz vor Prato dann, im Trabe plötzlich anhaltend und den Hengst herumreißend, schrie er im Zorn, warum dennoch wider sein Gebot ein weißes Tier mitgeführt werde dort ganz hinten. Niemand sah ein weißes Tier. Der Graf ritt selbst zurück an den Schluß des Zuges, um sich zu überzeugen, daß er sich getäuscht. Der Aufenthalt wurde Grund zu größerer Hast. Die auf weiterem Wege, am Monte Albano entlang, vordringende Schar, die von Westen her in Pistoja hinein sollte, wurde nicht abgewartet. Ebensowenig die Dunkelheit. Wovor er die anderen gewarnt, führte der Graf jetzt selber aus…”

Rezension:

“Während des letzten Vollmondes vor Weihnachten 1001 überwältigte den kaiserlichen Statthalter und Grafen von Toskana, Hugo von Brandenburg, ein Traum, der mit einem Schlage seine Seele ihrer starken, fromm-blanken Rüstung beraubte.”

So beginnt diese Novelle von Axel Lübbe, die 1927 in der Zeitschrift Die Neue Rundschau veröffentlicht wurde. Es handelt sich, wie das kenntnisreich geschriebene Nachwort des Herausgebers Martin A. Völker belegt, sowohl um eine aus der Historie entnommene, als auch ganz zeitgemäß und gleichsam modern mit Traum und Traumdeutung agierende Erzählung, die nun in einer ausnehmend schönen Ausgabe des außergewöhnlichen hochroth-Verlages wieder zu lesen ist. Es ist keineswegs übertrieben, von einer Meisternovelle zu sprechen, in der Liebe, Pflicht, Leid und Tod ihre zeitlosen Rollen spielen, changierend zwischen Wirklichkeit und Traum. Wie gut, daß immer mal wieder das ein oder andere Kleinod aus dem Schatzkästlein der Literatur ans Licht gehoben wird! Doch lesen Sie am besten selbst!

Norbert W. Schlinkert

Hugo von Brandenburg

Artikelnummer: 2287
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